Februar – Ein Monat voller Gegensätze
Ich lerne wieder zu atmen
Anfang Februar fühlte es sich an, als würde mir jemand auf der Brust sitzen. Die Kreativität war wie eingefroren, kaum ein Gedanke kam durch. Mein Geburtstag – der erste ohne diesen einen Menschen, der mich länger kannte als alle anderen – war Horror pur. Ich möchte ihn am liebsten vergessen, doch schon jetzt fürchte ich den nächsten.
Und doch: Als hätte ich an diesem Tag all meine Traurigkeit verbraucht, wurde es danach langsam besser. Es geht mir noch lange nicht gut, aber ich kann wieder freier atmen. Und das spüre ich auch in meinem Roman.
Neue Impulse für die Geschichte
Mitte Februar traf ich mich mit meiner Schreibcoach. Wir nahmen das Herzstück meines Romans unter die Lupe: die Heldenreise meiner Protagonistin. Im Gespräch kamen tolle Ideen auf – und die Erkenntnis, dass eine Figur fehlt.
Diese zusätzliche Person, ein Mann, war sofort da. Ich sah ihn klar vor mir, seine Intention, seine Stärken und Schwächen. Sein erstes Auftreten im Roman habe ich bereits geschrieben. Ich mag ihn jetzt schon und wünschte, er würde in meiner Nachbarschaft wohnen. Doch durch ihn und die neue Schärfe, die ich einbauen will, muss ich meine Protagonistin leider noch mehr quälen. Und daran bin ich fast eine Woche hängengeblieben.
Der Knoten ist geplatzt
Jetzt ist alles eingearbeitet. Der Knoten ist geplatzt. Ab sofort teile ich meine Schreibzeit auf:
- 880 Wörter pro Session schreiben
- Wöchentlich mindestens 4 Szenen weiterplanen
Ich bin schon ganz kribbelig.
Neue Aufgabe
Ihr wisst ja, wie sehr ich mit der Romanschule verbunden bin. Sie ist für mich längst mehr als ein Ausbildungsort – eher eine kleine Familie von liebevoll „schreibsüchtigen“ Menschen, die Geschichten genauso atmen wie ich.
Inzwischen hat sich die Ausbildung zum Romanautor (ARA) ein wenig verändert, und dabei ist auch eine neue Aufgabe entstanden. Einige ehemalige ARA‑Teilnehmer begleiten die neuen Schreibenden motivierend auf ihrem Weg. Diese Rolle wird liebevoll MotivARA genannt – und eine davon bin ich.
Es fühlt sich spannend an, etwas Neues mit aufzubauen, Pionierluft zu schnuppern und sich dabei selbst noch einmal anders zu entdecken. Und eines kann ich euch versichern: Es macht unglaublich viel Freude.
Ein Monat voller Gegensätze – und doch: Ich lerne wieder zu atmen. Die Magie kommt zurück. Langsam, aber spürbar.
