Hitze, Glitzer und Hintergedanken

U. Helsch

Der Juli zeigte sich von seiner schönsten und heißesten Seite. Die Hitze ließ Gabys Haut glitzern. Schweiß machte Magie leider sichtbar, aber ein kleiner Zauber, verbarg dies vor Menschenaugen, während sie durch die Stadt bummelte.

    Erwartungsvoll betrat sie den kleinen Laden. Eine Messingglocke bimmelte, und der betörende Duftmix aus Lavendel, Rosmarin und Leder erfüllte die Luft. Sofort fühlte sie sich, als würde sie auf ihrem Besen hoch oben durch die Lüfte schweben.

    Zwischen den überfüllten Kleiderständern mit Secondhandware, duftenden Kräutern und Teeservice entdeckte sie Regale, gefüllt mit magischen Zutaten. Das leichte Chaos wirkte einladend. An diesem Tag aber war ihr Ziel klar: Sie suchte nach dem perfekten Sommerkleid.

    Gaby stöberte durch die Ständer. Plötzlich tauchte er auf. Groß, schlank, mit einem breiten Grinsen, das genau richtig kalibriert schien, um Frauen nervös zu machen.

    „Hi, ich bin Daniel. Bist du hier, um mir ein Gewissen zu verkaufen?“, seine tiefe Stimme wirkte, wie Eiswürfel auf ihrer Haut.

    „Leider ausverkauft. Kann ich dir stattdessen ein Denkzettel-Amulett anbieten?“ Gaby wies auf eine Brosche, die sich beleidigt umdrehte.

    Sie lachten, während sie sich gegenseitig musterten. Ein heißes Kribbeln durchfuhr Gabys Körper und sie wand sich schnell wieder den Kleidern zu. Daniel jedoch folgte ihr und kommentierte ihre Auswahl. Zu grün, zu kindlich, zu modern und so weiter. Gaby drehte sich ruckartig zu ihm um, wollte ihn wegschicken, bemerkte aber, wie er eine Schriftrolle in dem Regal nebenan fixierte.

    Als er ihren Blick bemerkte, plapperte er nervös: „Sag mal … wärst du, also rein theoretisch, bereit, mir bei einem kleinen Ritual zu helfen? Harmlos, total harmlos.“

    Gaby warf einen Blick zum Regal - bindende Verträge. „Das hängt davon ab, ob ‚harmlos‘ bedeutet, dass am Ende ein Elf weinend auf einem Meerschweinchen sitzt und nicht mehr herunterkommt.“

    Daniels Mundwinkel zuckte. „War nur eine Frage.“

    Sein Blick war charmant, aber ein wenig zu gewollt. Gaby wandte sich wieder den Kleidern zu und tat so, als würde sie weiterstöbern, während sie leise einen Wahrheitszauber murmelte.

„Ich brauche weibliche Energie, um dringend ein magisches Siegel zu brechen. Nur ein Spiel mit meinen Kumpels“, fügte Daniel beiläufig hinzu.

    „Dringend? Was verbirgt das Siegel?“ Langsam drehte Gaby sich zu ihm um.

    Daniel biss sich auf die Lippen, bevor er losplatzte: „Es öffnet ein Tor - Macht - Einfluss.“ Er schlug sich die Hände vor den Mund. „Was passiert hier?“, murmelte er zwischen den Fingern hindurch.

    „Ah, verstehe.“ Gaby nickte. „Nur eine gute Hexe kann dieses Siegel brechen! Das hast du dir fein überlegt.“ Sie lächelte ihn spöttisch an. „Schade, ich hatte gerade beschlossen, mit dir einen Kaffee zu trinken.“

    Daniel wollte kontern. Doch Gaby öffnete ihre Handtasche, holte blitzschnell einen Taschenspiegel heraus und hielt ihn vor seine zimtfarbenen Augen.

    Er taumelte. „Was hast du mit mir gemacht?“, fragte er leise.

    „Ich habe nichts gemacht. Du hast in den Spiegel der Wahrheit geblickt und dein unschuldiges Selbst entdeckt. Er zeigt, was man tief in sich trägt und will.“

    Daniel lächelte. „In dem Fall“, er griff nach ihrer Hand, „will ich“, er schaute ihr tief in die Augen, „DICH!“

    Gaby hob eine Augenbraue. „Meinst du nicht, du möchtest meine Zustimmung, um mich besser kennenzulernen?“

    Beide lachten. „Deal.“

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